Also wenn ich mich genau nach dem Titel der Mottowoche halte, so habe ich es nicht geschafft. Ich bezog mich auf meinen kompletten Alltag, wobei ich auf der Arbeit nie ein nein bei mir bemerkt habe. Im Arbeitsleben ist es eher schwierig nein zu sagen (Dem Kommentar vom vorherigen Beitrag von Reinhard stimme ich völlig zu) Als ich meinen Kollegen von meiner Mottowoche erzählte, zählten sie spaßeshalber alles auf, was sie von mir brauchen. Da fiel mir die Zweideutigkeit meines Mottos auf. Mein Experiment belief sich mehr auf den privaten Bereich – nämlich mit Kind.
Vor einiger Zeit bin ich auf einen Artikel gestoßen, der besagte: Wenn man mehr als dreimal am Tag “Nein” sagt, verfehlt es bei Kindern die Wirkung. Diesen Vorsatz nahm ich mir seit jeher vor. Für diese Woche wollte ich das reflektieren und verbrachte die ersten beiden Tagen erstmal damit, mir meiner unbewusten und spontan gesagten “neins” zu meinem Sohn bewusst zu werden. Ich kam zu folgendem Ergebnis von unterschiedlichen “Nein”-Situationen.
Erstens – Die Nachfrage:
“Mama, ist mein Auto noch im Kindergarten?” Ich: “Neee, habe ich in den Rucksack gepackt”
Zweitens: “Panik”-Situationen:
Die Zunge meines Sohnes wanderte doch tatsächlich in Richtung Tankdeckel, obwohl er doch seine orale Phase schon längst hinter sich gelassen hatte. Ohne nachzudenken, folgte das “NEEEEIIIINNN” mit einem “giftig” als Nachdruck.
Drittens: Die “darf-ich”-Frage
“Mama, darf ich noch eine Schokolade?” Ich: “neee Schatz, morgen wieder. Das ist genug”
Viertens: Die “Ich-mache-quatsch”-Situation
“Kuck, ich kann den Schwamm voller Wasser aus der Badewanne werfen Mama!” Ich: “Nein, was soll das denn?”
Das waren meine unterschiedlichen Nein-Aussagen, die ich jedesmal anders betont oder ausgesprochen habe. Mein “neee” mit einem langezogenem “e” ist harmlos und kann deshalb auch einfach gestrichen werden. “Mama, darf ich noch eine Schokolade?” Ich: “Ja, morgen wieder – wie immer. Du kannst gerne Knäckebrot oder Banane haben” So reagierte ich auf diese oder ähnliche Situationen dann ab Tag drei. Ich war stolz 
Die “Panik-Neins” finde ich wichtig, denn er reagiert sofort darauf und lässt direkt ab. Diese dürfen nicht sehr oft kommen. Bei mir inzwischen im fortgeschrittenen Kindesalter vielleicht einmal die Woche. Bei der “Ich-mache-quatsch”-Situation gab es ab Tag drei noch Verbesserungspotenzial. Anstelle eines “Neins” verwendete ich mein Ersatzwort “Stop” oder ein mit Nachdruck gesagtes ”Melvin, das möchte ich nicht”. Diese Situation bringt keinen in Gefahr und jede Panik ist sinnlos.
Die einfache Nachfrage wie an dem “Ist mein Auto noch im Kindergarten?” verzichtete ich laut Vorsatz auch auf das “nein” und erklärte direkt die Lösung. “Das Auto was du suchst ist im Rucksack”. Warum nicht
Um ehrlich zu sein, hatte ich gedacht die Woche wäre aufschlußreicher. Im Nachhinein war es unspektakulär, weil Melvin dafür einfach schon zu alt ist. Es ist nicht mehr so nötig. Naja, vielleicht wird Woche drei mit folgendem Motto interessanter:
Punkt 12: In einer Woche ein Buch lesen (hören), welches ich sonst nie lesen würde
Das passt diese Woche super, denn ich höre momentan beim laufen wieder viel und oft anstelle von Musik Hörbücher. Nun krame ich mal in meinem Hörbuch-Online-Shop des Vertrauens nach Kategorien, die ich sonst nie kucke. Ich bin gespannt…
Wünsch euch einen schönen Start in die Woche!